TIPPS&TRICKS über falsche Moderegeln, Frust und Selbstwertgefühl

Hallo Herzis.

Es tut mir sehr leid, dass letzte Woche meine Tipps und Tricks Reihe ausfallen musste, aber ich hatte einfach keine Zeit in der letzten Woche, um einen anständigen Blogpost zu schreiben. Es ging drunter und drüber und es verändert sich privat zur Zeit auch einiges bei mir 🙂
Heute gibt es aber endlich wieder einen Blogpost zu einem allsonntaglichen Thema. Nachdem ich nach meinem letzten Tipps und Tricks Post zum Thema „Beine zeigen bei Großen Größen“ so viel Resonanz auf allen Kanälen von euch bekommen habe, gibt es heute ein Thema, welches schon ein wenig darauf aufbaut. Es geht um Selbstwertgefühl, um Frust den man jeden Tag als Dicke erfahren muss und auch um falsche Moderegeln. Ich möchte euch mit diesem Beitrag zeigen, dass es keinen Grund gibt sich zu verstecken. Wir fühlen alle gleich und es gab bei uns allen Zeiten in denen wir uns alles andere als gut gefühlt haben und wir wegen unseres Aussehens beileidigt wurden. Durch jede Beleidigung sank unser Selbstwertgefühl und das ist etwas ganz, ganz schlimmes. Ich weiß, dass es da draußen noch viele Mädels gibt, denen es genau SO geht und ich hoffe, ich kann euch mit diesem Beitrag etwas helfen, dass ihr wieder zu euch selbst findet, dass euer Selbstwertgefühl gesteigert wird und dass ihr versucht, dass dumme Kommentare einfach nur an euch abprallen. Versucht es nicht persönlich zu nehmen. Menschen die andere beleidigen, die anderen wehtun wollen, diejenigen sind selber arm dran und sie machen das meist nur, um über ihre eigenen Probleme hinweg sehen zu können.

Vor einiger Zeit sprach ich mit einigen anderen Plus Size Bloggerinnen darüber, dass nicht nur die Gesellschaft einem sagt, was man als Dicke Frau tragen sollte, sondern das ganze auch in der Familie und/oder im Freundeskreis stattfindet. Ich war nicht mein ganzes Leben lang dick und somit fing das bei mir erst später an, aber einige berichteten, dass es schon ihr ganzes Leben, von kleinauf, so ging.
Aber nun mal von vorne….
Als ich dicker wurde, fingen auch die Probleme an. Ich konnte zwar noch in der normalen Abteilung etwas finden, aber es wurde immer weniger und ich hatte tatsächlich Angst in Läden wie Ulla Popken oder ähnlichem shoppen zu müssen, denn das war früher so das einzige was man in Großen Größen geboten bekam und vor einigen Jahren war Ulla Popken nicht das was es heute ist (es hat sich ja zum Glück vieles verändert), sondern einfach nur „Oma“. Dieses Klischee haben sie sich leider viele Jahre lang aufgebaut und aus diesem Grund hatte ich früher echt Angst davor. Denn wer trug schon Ulla Popken wenn man jung ist? Naja, also habe ich mich in enge, kleine Teile „reingequetscht“ (ich muss sagen, wir reden hier von meiner damaligen Größe 42/44 oder so, nicht die, die ich heute trage) und damals gingen die meisten normalen Kollektion bis zu dieser Größe, das hat sich ja auch mittlerweile ausgedehnt. Die meisten Kollektionen gehen ja heute bis 46, 48 oder sogar eine 50 ist schon mal drin.
Jedenfalls…. Ich habe mich selber nicht wohl gefühlt in diesen engen, wurstpelligartigen Kleidern und wenn man das dann auch noch gesagt bekommt, von Leuten die man liebt, dann kann das echt wehtun und frustrieren und man beginnt sich zu verstecken, sich an „Moderegeln für Dicke“ anzupassen. Weit war chic, also trug ich es. Ich wollte den Satz „Mensch, meinst du nicht, es trägt etwas auf“ NIE, nie, nie mehr hören, also passte ich mich an, wie so viele von uns.
Irgendwann kam aber der Punkt, dass ich kein Bock mehr hatte mich zu verstecken. Das tolle war auch, dass gleichzeitig auch ein kleiner Umschwung in der Modeindustrie herrschte und sich mehrere Unternehmen an Übergrößenmode heran zu wagen trauten. Auch im Internet fand ich immer mehr Onlineshops, die tolle Mode für Dicke anbieten, vor allem im UK. Dort stieß ich als aller erstes auf Dorothy Perkins und fand es toll. Die Mode war zur der Zeit anders, als sie es hier auf dem deutschen Markt war und viel kaufte ich dann dort, bis ich dann ASOS und weitere Onlineshops entdeckte (Kleiner Tipp: Hier findet ihr meinen Plus Size Shoppingguide). Anfangs habe ich mich noch nicht so viel getraut. Erst wurden die Hosen enger, dann kam mal ein längerer Rock oder ein längeres Kleidchen dazu, aber auch die wurden kürzer und die Blickdichten Strumpfhosen flogen fast alle in den Müll! Ich bin froh, dass sich da auch immer mehr in der Fashionbranche tut. Immer mehr Unternehmen haben +Size Kollektionen, es gibt Modemessen ausschließlich für uns Moppel (z.B. die Curvy in Berlin). Es tut sich was. Zum Glück. Es reicht noch lange nicht, aber ich bin froh, dass es immer mehr Toleranz und Akzeptanz gibt. Seitdem ich blogge, erlebe ich das auch immer mehr in meinem Freundeskreis. 

Für mich ist es schwer zu sagen, was der Auslöser für mein Umdenken war. Vielleicht hatte ich es einfach satt gesagt zu bekommen „das trägt auf“, „zieh doch lieber etwas weiteres an“, oder „meinst du nicht, dass die Farbe zu kanllig für dich ist, wie wär’s mit was dunklerem/dunklem?“ NEIN! Darauf hatte ich keine Lust mehr und wisst ihr was das Schlimme ist? Noch heute sehe ich in Facebook-Gruppen (die ausschließlich für Plus Size Mädels sind) Kommentare wie „Du, ich will dir ja nichts böses, aber das trägt auf“. Hallo? Was läuft bei euch falsch? Warum ist dieser Gedanke in vielen Köpfen so festgesetzt und dann auch noch in Köpfen von Mädels, die selber eine große Größe tragen. Warum wünscht ihr euch Toleranz und seid selber derart intolerant? Warum kann und darf man nicht tragen was man will, worin man sich wohl fühlt? Mode ist doch auch Geschmackssache. Ich denke auch nicht „Mensch, wie sieht die denn aus, das trägt aber auf bzw. das sieht scheiße aus.“, sondern viel mehr „Hey, total toll was die sich traut, auch wenn ich das nicht tragen würde und/oder nicht mein Geschmack ist, aber einen Daumen hoch für so viel Mut“ und so sollten wir alle denken! Leben und leben lassen – so abgedroschen wie das klingt, aber so ist es nunmal, ganz simpel!

Ich bin froh, dass ich nun auch im Sommer Bein und Arm zeigen kann, dass ich mich nicht verstecken muss, dass ich das Gefühl haben kann frei zu sein. Ich höre nicht mehr darauf was andere sagen, ich mache das was ich will und trage auch das was ich will. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch und somit habe ich auch das Recht zu tragen was alle anderen auch tragen und ich will dabei nicht immer irgendwelche „Moderegeln“ beachten, die mal irgendein Holzkopf in die Welt gesetzt hat um Dicken ein minderwertiges Gefühl zu geben.

Für mich gilt:

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch gefallen 🙂 Es gibt leider keine richtigen Tipps bei diesem Thema, sondern einfach nur das Vertrauen in sich selber und ich hoffe ich konnte euch wenigstens ein wenig Mut machen! Würde mich natürlich über eure Kommentare zu diesem Beitrag freuen. Gerne auch über eure Erfahrungen zu diesem Thema. Egal ob positiv, oder negativ.

Nächste Woche wird es keine Tipps und Tricks geben, denn dann ist wieder „GERMAN CURVES“ Zeit. Ich freue mich schon total darauf. Es gibt wieder mal ein tolles Motto. Ihr dürft gespannt sein!

Stephanie

10 Kommentare zu „TIPPS&TRICKS über falsche Moderegeln, Frust und Selbstwertgefühl“

  1. Unterschreibe ich. Und ich stelle immer wieder fest, dass Mode an einer Frau immer dann am besten aussieht, wenn sie sich drin wohl fühlt. Also Mädels, tragt was Euch gefällt mit erhobenem Haupt. Bauch rein, Brust raus. Oder gern auch andersherum. 😘

  2. Liebe Stephanie, danke, dass Du dieses Thema aufgreifst. Ich habe verstanden, dass die Kommentare von außen nichts mit mir zu tun haben, sondern nur mit dem, der mich anmacht. Also hab ich aufgehört, auch die Kommentare, die an mich gerichtet sind, auf mich zu beziehen. Denn nicht in bin die mit dem Problem 😉 Habt eine gute Zeit! Aufrecht vorwärts

  3. Toller Post! Ich finde grundsätzlich sollte gelten: Man trägt was gefällt und wo man sich drin wohlfühlt. Trotzdem finde ich es wichtig, sich vorteilhaft zu kleiden. Ich selbst habe viele Problemzonen und so gerne ich engere Oberteile tragen würde, ist es mir das einfach nicht wert, wenn jeder meine Pölsterchen sehen kann. Deshalb finde ich es besser, nicht ganz so figurbetont herum zu laufen. Aber das muss jeder selbst entscheiden.
    Dein Post hat mir echt geholfen, da ich gerade in einem kleinen Tief stecke und sehr unzufrieden mit mir selbst bin.
    Ab wann fängt Plus Size eigentlich an?
    Deine Outfits finde ich übrigens klasse. Ich find du verstehst es, dich schick und stylisch zu kleiden. Du bist wirklich sehr hübsch!
    Liebe Grüße! 🙂

  4. Hallo,
    schöner Beitrag!
    Hast du vielleicht Tipps und Tricks was folgendes Problem angeht?: ich bin im Oberkörper relativ schmal, deshalb trage ich gerne eher eng anliegende Shirts im Sommer, um meine Taille hervorzuheben. Aber was mich schon immer dabei stört, sind die Röllchen am Rücken. Wenn es wirklich warm wird, fange ich genau dort an zu schwitzen und das sieht dann natürlich blöd aus. Bisher habe ich dann immer ein eng anliegendes Top unter das T-Shirt angezogen, aber das passt eben auch nicht immer. Ich habe es auch schon einmal mit Deo versucht an den Stellen, aber was unter meinen Achseln noch gut ist, führt an meinem Rücken zu gereizten roten Stellen. Wie löst ihr das?

  5. Wunderbar formuliert! 🙂 Wir sollten uns nicht unterkriegen lassen! Dieser ewige Diätenwahn sollte endlich aufhören, nur weil andere Leute uns unter Druck setzen wollen. Wir sollten uns gut fühlen, so wie wir sind! Und deine Worte machen Jedem Mut. Vielen Dank dafür! Jeder sollte sich wohl fühlen, in dem, was er sich aussucht. Und nicht, was andere uns vorschreiben wollen, zu tragen. Also Mädels, traut euch 🙂
    Deine Outfits geben einem immer wieder tolle neue Ideen, Anregungen und vor allem tolle Kombinationsmöglichkeiten. Kombinationen, die man sich vllt. so nie getraut hätte, die aber einfach sehr gut aussehen.

    Vielen vielen Dank! Mach weiter so!

  6. Nicci, Bauch rein Brust raus ist für unseren Körper höchst ungesund! Ruhig mal googeln. Ist auch nur ein psychischer Effekt, also lasst es uns lassen 🙂

  7. Sehe ich absolut genauso! Deshalb schrieb ich ja auch "es muss – in meinen Augen – ästhetisch sein". Ich möchte tragen, was ich will, es muss aber auch Stil haben bzw. zu mir und meinem Körper passen.

  8. Das Problem habe ich leider so nicht, aber im Freundeskreis kenne ich jemanden der sehr stark schwitzt und der benutzt "Sweat Stop Aloe Vera Forte plus"-Spray. Natürlich sollte man das nicht zu oft verwenden, weil es ja den natürlichen Prozess des Schwitzens unterdrückt, aber wenn es mal wirklich ganz schlimm ist, ist das schon super. Gibt es in der Apotheke 🙂 Hoffe ich konnte dir helfen.

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